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Historisches und Kurioses

Volvo BL

Der Hecklader Volvo BL von 1954

Volvo BLAls man sich mit der Entwicklung von Lademaschinen auf Radfahrwerken befasste, standen als bereits in der Praxis bewährte und uneingeschränkt geländegängige Maschinen zunächst nur die luftbereiften Ackerschlepper zur Verfügung. Deren großen Hinterreifen besaßen damals außerdem noch auf dem Sektor der Luftreifen für Fahrzeuge die wertmäßig höchste Tragfähigkeit. So war es fast eine logische Folge, die ersten Radlader aus „umgekehrten“ Ackerschleppern zu bauen. Diese Maschinen mussten dazu nur mit einem zusätzlichen Hilfsrahmen und einer daran befestigten Ladeeinrichtung versehen werden. Da die dicht am Fahrer vorbeistreichenden Hubschwingen für diesen eine erhebliche Gefahr bedeuteten, wurde eine rundum geschlossene Kabine vorgesehen, die nur über die abgesenkte Ladeschaufel hinweg erreicht und verlassen werden konnte. Allerdings konnten damals auch nur sehr schmale Fahrerhäuser aufgebaut werden.
Der abgebildete Radlader Volvo BL, er erhielt später die Bezeichnung Volvo H10, basierte auf dem Traktor BM350, hatte einen gehäuften Schaufelinhalt von 0,45 m³, war aber von Beginn an auch als Ausrüstungsträger konzipiert.
Dieses Radladerkonstruktionsprinzip wurde bald auch von anderen Herstellern übernommen und noch bis in die 60er Jahre zum Bau von Radladern kleinerer bis mittlerer Größe genutzt. Dann kamen aber bereits die ersten unabhängig konstruierten Maschinen mit vier gleich großen EM-Rädern, Hinterachslenkung und hydrodynamischen Lastschalt-Wendegetrieben auf den Markt.
Mit ihrer vor die Kabine verlegten Hubarmanlenkung erfüllten sie auch die damals noch als unverzichtbar geltenden Sicherheitsforderungen, dass der Fahrer in jeder Schaufelstellung seine Kabine gefahrlos erreichen und verlassen können musste und während der Arbeit nicht durch seitlich dicht an ihm vorbeistreichende Hubarme der Ladekinematik gefährdet werden durfte.

geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. G. Kotte am 01.08.2009 um 13:22 Uhr.


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