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Historisches und Kurioses
Kleine und kompakte SCHMIEDAG-Planierraupe
Die SCHMIEDAG-Planierraupe aus den sechziger Jahren
Zu Beginn der 60er Jahre waren die meisten zerstörten Städte wieder enttrümmert und vielfach auch schon wieder, oft zwar nur mit einfachsten Mitteln, erkennbar aufgebaut. Zugleich zogen viele bisherige Stadtbewohner in die naheliegende ländliche Umgebung und bauten sich dort kleinere und mittlere Eigenheime. Damit begann eine Blütezeit der kleineren und mittleren lokalen Bauunternehmungen. Da auch diese daran interessiert waren, ihre Bauarbeiten weitgehend zu mechanisieren, um die stets sehr eng gesteckten Termine und Baupreise einzuhalten, wurden im Markt immer häufiger kleinere Baumaschinen gefordert. Dabei war es noch ein gewichtiges Auswahlkriterium, dass diese Maschinen zu raschen Baustellenwechseln problemlos mit einem normalen LKW transportiert werden konnten.
Eine derartige kompakte und leichte Planier- und Verschieberaupe wurde einige Jahre von der westfälischen SCHMIEDAG produziert und angeboten. Es war eine sehr kompakte und sehr schmale Heckmotormaschine, bei deren Konstruktion ausschließlich funktional wichtige Aspekte eine Rolle gespielt haben und die von anderen Baumaschinenherstellern bevorzugten optisch-formalen Faktoren unberücksichtigt blieben. Die beiden kurzen Zweirollen-Laufwerke wurden von recht eigenwillig geformten Ketten mit gegossenen Zweisteg-Schakenkettengliedern umschlossen. Die vorn auf einer Differentialachse angeordneten mehrteiligen Kettenräder griffen zum Antrieb der Maschine mit Querbolzen in entsprechende Mittelnocken der Kettenschaken ein, über die auch die jeweils beiden Außenbund-Laufrollen und die am Heck freilaufend gelagerten Leiträder die Kette führten.
Der Maschinenfahrer saß völlig frei auf der Vorderseite der Maschine, hatte nur einen Fahrgetriebeschalthebel, ein Kupplungspedal und zwei Lenkhebel vor sich. Um die Maschine über ihre Differentialachse lenken zu können, musste, bei konstantem Motorantrieb, nur die eine Laufwerkseite abgebremst werden, um die andere Seite gleichermaßen schneller anzutreiben.
Die hydraulisch heb- oder absenkbare Planiereinrichtung war mit einem einfachen Schubrahmen an einem vergleichsweise tief und zwischen den Antriebs- und Leiträdern liegenden Schubzapfen gelenkig gelagert. Ihre Hub- und Senkhydraulik konnte vom Maschinenfahrer mit der Hand über einen links neben sich auf einen Winkelträger aufgesattelten Zweiwegeschieber betätigt werden. Der Planierschild war ein schwach gewölbter Quer- oder Brustschild, an dem nur der Schnittwinkel manuell über eine obere Längsstrebe in drei Positionen verstellt werden konnte.
geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. Gernot Kotte /BBB am 23.10.2010 um 10:35 Uhr.
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