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Artikel aus der Bauwirtschaft

Historisches und Kurioses

Rammtechnik

Die bereits im Mittelalter recht umfangreichen Wasserbauarbeiten bedingten meistens sehr komplizierte Gründungen auf dicht gesetzten Holzpfahl-Ständerwerken.

RammtechnikFür die dann fälligen Rammarbeiten wurden unter Nutzung aller schon längst bekannten physikalischen Gesetze handbetriebene Rammgerüste entwickelt. Die dargestellte Konstruktion kann innerhalb eines auf dem bereits gerammten Pfahlgerüst aufliegenden Führungsrahmens bis in eine das Pfahlgerüst seitlich überragende Position verschoben werden. Das Rammgerüst besitzt zwei vertikale Führungssäulen für ein in Stufen höhenverstellbares Haltejoch für die Rammkeule, die damit bei Rammbeginn in ihre oberste Stellung gebracht und danach dem Rammfortschritt entsprechend stufenweise abgesenkt werden kann. Das Haltejoch kann mitsamt der schweren Rammkeule mit Hilfe der Vertikalspindel verstellt werden, die in einer Mutterbohrung des Rammgerüstjochbalkens befestigt ist und mittels der beiden an den langen Hebeln befestigten Zugseile gedreht werden. Die Rammkeule ist mit Hilfe dicker Seile kardanisch pendelnd und damit nahezu rückprallfrei aufgehängte. Ihr metallbeschlagenes Rammende wird von zwei auf einer Arbeitsplattform stehenden „Rammwerkern“ durch das über Zugseile erfolgende Herabziehen ihres Bedienungsendes nach oben geschwenkt und danach so fallen gelassen, dass sie mit ihrem Rammkopf frei auf den Pfahlkopf aufschlägt. Der Pfahlkopf ist dabei zur Vermeidung von Zersplitterungen mit einer metallenen Rammhaube abgedeckt.
Hat der einzurammende Pfahl einen bestimmten Rammweg zurückgelegt, muss das Haltejoch weiter nach unten gesetzt werden. Dessen Verstiftung in den beiden Ständerbalken des Rammgerüstes dient zur Entlastung der Verstellspindel.

geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. G. Kotte am 30.03.2009 um 17:14 Uhr.


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