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Pressemitteilungen von Herstellern

Erfolgreiche Nachgründung alter Fundamente mit Ischebeck-Stahltraggliedern Titan

Waren diese Bohrarbeiten im Bereich ebenerdig zugänglicher Umfassungsmauern vergleichsweise mit Routineverfahren zu erledigen, so kam man unter hohen Natursteinmauern ohne einen angemessen hoch und weit reichenden Arbeitsbühnenträger, eine MERLO-ROTO 30.16K, mit passender Tragfähigkeit nicht aus.

Erfolgreiche Nachgründung alter Fundamente mit Ischebeck-Stahltraggliedern TitanDie wachsende Zahl an Sanierungs- und Instand-haltungsaufgaben an bereits längere Zeit bestehenden und genutzten Bauwerken war einer der Gründe für die bemerkenswerte rasche Entwicklung geotechnischer Produkte und Verfahren. Dazu gehört schon längst im besonderen Maße das umfangreiche Programm an Stahltraggliedern, das der Ennepetaler Baugerätehersteller Ischebeck zur zügigen Herstellung von Erdnägeln, Gründungspfählen, Ankern und anderen geotechnischen Stabilisierungen und Befestigungen erarbeitet hat und mittlerweile weltweit erfolgreich anbietet. Im Grundprinzip nur mit einem aufgerollten Außengewinde versehene Spezialstahlrohre in einer breit gefächerten Größenstufung, die im Einsatzfall zunächst als durchspülbares Bohrgestänge dienen und nach einer angepassten Zementmörtelinjektion zu hoch belastbaren Befestigungs- oder Tragelementen werden. Neben vielen anderen Vorteilen zeichnen sich diese Stahltragglieder TITAN von Ischebeck vor allem dadurch aus, dass sie durch ihre Rohrform gegenüber den herkömmlich bekannten massiven Stabprofilen mit gleichen Scherquerschnitten deutlich höhere Widerstandsmomente gegen Biegung besitzen. Aber zugleich sorgt ihre durch die Rohrform wesentlich größere Außenmantelfläche später für eine entsprechend höher belastbare Fixierung des Stahltraggliedes im Untergrund oder im zu behandelnden Bauwerk. Neben diesen funktionalen Vorteilen wird von den damit arbeitenden Spezialtiefbau-Unternehmen vor allem auch das einzügige Einbringungsverfahren der Stahltragglieder Titan von Ischebeck hervorgehoben: Sie werden mit verlorenen Bohrkronen eingebohrt und nach dem Erreichen der vorgeschriebenen Tiefe ohne jeglichen Rückbau als dauerhaft verbleibendes Stabilisierungsprodukt im Bauwerk oder Untergrund mit Zementmörtel verresst.
Da jeder auf diese Weise ausgeführte Sanierungs- oder Stabilisierungsauftrag unter sehr speziellen Bedingungen zu erfüllen ist, haben Ischebeck und die fachlich kompetenten Spezialfirmen inzwischen einen umfangreichen einsatztechnischen Erfahrungsschatz zusammengetragen. Darin ist von Anfang an die Nachgründung und Stabilisierung alter Bauwerke ein wesentliches Kapitel.
Jetzt mussten in Erfurt im alten Augustinerkloster erhaltenswerte Bauwerkfragmente als zukünftiger Bestandteil des Gesamtbauwerkes neu gegründet und umfassend stabilisiert werden. Das bereits 1277 errichtete Augustinerkloster ist nicht nur ein bedeutendes Denkmal mittelalterlicher Ortungsbaukunst, sondern auch eine wichtige Lutherstätte. Nachdem Martin Luther von 1501 bis 1505 an der Universität Erfurt studiert hatte trat er am 17. Juni 1505 in das Kloster der Augustiner-Eremiten ein, wurde 1507 zum Priester geweiht und blieb dort bis 1511. Mittlerweile ist das Kloster zu einer international bekannten Tagungs- und Begegnungsstätte geworden und besitzt heute eine der bedeutendsten kirchlichen Büchersammlungen Deutschlands. Nachdem bereits ab 2000 umfangreiche Restaurierung- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt worden sind wurde im November 2006 mit umfangreichen denkmalpflegerischen Baumaßnahmen an den Klostermauern und den Grundmauern der im Zweiten Weltkrieg noch im Februar 1945 durch einen Bombenangriff zerstörten Klosterbibliothek und der Waidhäuser begonnen, um darauf diese Bauten neu errichten zu können. Sondierungen hatten nämlich gezeigt, dass die vorliegenden Gründungen für die vorgesehene Nutzung des zukünftigen Gebäudes völlig unzureichend waren. Die Fundamente der Mauern waren zum Teil nur bis zu 60 cm tief.
Für die fällige Nachgründung wählte man Stahltragglieder TITAN 73/53 von Ischebeck, die von den Unterkanten der Mauerwerke zwischen 8 und 11 m tief in den Untergrund gebohrt und dort mit Zementmörtel verpresst werden mussten. Diese in 3 m langen Abschnitten gelieferten rechtsgängigen Gewinderohre haben einen Nenn-Außendurchmesser von 73 mm und eine Bohrung von 53 mm. Sie haben einen Minimalquerschnitt von 1631 mm² und sind, aus dem bauaufsichtlich zugelassenen Feinkornbaustahl S460 gefertigt, auf Zug und Druck bis zu 554 kN belastbar. Querkräfte können von ihnen bis 329 kN aufgenommen werden. Mit einem Widerstandsmoment von 22,4 cm³ liegen sie im Ischebeck-Programm geotechnischer Stahltragglieder für Anker, Erdnägel oder Pfähle am Beginn der Gruppe gehobener Beanspruchbarkeit.
Für die mit diesen Arbeiten beauftragte Stump Spezialtiefbau GmbH Ndl. Chemnitz war es jedoch zunächst technologisch nicht einfach, die geforderten Nachgründungen der Altfundamente auch unterhalb der weiterhin zu erhaltenden alten Natursteinmauern vorzunehmen.
Dr.-Ing. Jens Kordel, Niederlassungsleiter von Stump: „Die Lösung ergab sich mit der Entscheidung, die Mauerwerke zunächst von deren Kronen bis zu den Fundamentoberkanten mit Kernbohrlöchern zu versehen und danach durch diese die Pfahlgründungen vorzunehmen. Die teilweise recht langen Gründungspfähle haben wir danach mit Hilfe der zum Ischebeck-TITAN-System gehörenden Kupplungsmuttern aus den 3 m langen Standardlängen der Stahltragglieder TITAN 73/53 hergestellt.“
Waren diese Bohrarbeiten im Bereich ebenerdig zu-gänglicher Umfassungsmauern vergleichsweise mit Routineverfahren zu erledigen, so kam man aber unter hohen Natursteinmauern ohne einen angemessen hoch und weit reichenden Arbeitsbühnenträger pas-sender Tragfähigkeit nicht aus. Schließlich musste von der Maschine neben der Arbeitsbühne und einem Bedienungsmann bei unterschiedlicher Ausladung auch noch eine Bohrlafette getragen werden. Am Ende erwies sich eine maximal 3000 kg tragende und bis zu 16 m Hubhöhe erreichende MERLO-Teleskopmaschine ROTO 30.16K als dafür optimal geeignet. Diese MERLO-ROTO 30.16 K ist eine artikuliert aufgebaute Teleskopmaschine und besitzt einen an vier Punkten abstützbaren Unterwagen sowie einen voll schwenkbaren Oberwagen. Das ermöglichte das Einbohren mehrerer Gründungspfähle, ohne die temporär starr aufgestellte Teleskopmaschine wiederholt kurzfristig umsetzen zu müssen. Das zum Antrieb aller Lafetten- und Bohrbewegungen erforderliche Hydraulikaggregat wurde für den Bohrzeitraum bauseitig auf den Oberwagen der MERLO-ROTO 30.16K aufgesattelt.

geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. Gernot Kotte am 03.11.2007 um 11:53 Uhr.


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