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Pressemitteilungen von Herstellern
Alu-Schalungsgerüst TITAN von Ischebeck
Hohe Anforderungen an die Tragfähigkeit: Auf dem 1.400 m2 großen Tunneldeckel sollen mehrstöckige Gebäuden gebaut werden.
Der Bau des neuen S-Bahn-Tunnels auf dem Blankeneser Bahnhofsvorplatz in Hamburg stellte das ausführende Bauunternehmen Hoch- und Tiefbau Gadebusch vor besondere Herausforderungen. Mit einem Alu-Schalungsgerüst Titan von Ischebeck und einer ausgeklügelten Baustellenlogistik konnten die Betondecken innerhalb kürzester Bauzeit erstellt werden.
Die extrem enge Baustelle ist ringsum von viel befahrenen Verkehrsflächen umgeben, was die Versorgung der Baustelle mit Material erschwert. Dazu kommen strenge Auflagen der Bahn als Bauherrin. Es durfte im Prinzip nichts verändert werden. Die vorhandenen Schienen und der Schotter sollten vollständig erhalten bleiben. Außerdem war der Untergrund stellenweise unterschiedlich. Alte Fundamente, Laufstege des bisherigen Bahndepots und Versorgungskanäle erforderten eine ständige Höhenanpassung der Stiele des Schalungsgerüsts. Selbst eine leichte Stromspannung von 40 bis 60 Volt blieb eingeschaltet.
Außergewöhnlich hoch waren dazu die Anforderungen an die Tragfähigkeit des neuen Tunneldeckels, da dieser mit mehrstöckigen Gebäuden bebaut werden soll. Laut Plan waren 1.400 m3 Beton auf rund 1.400 m2 Fläche in Stärken zwischen 50 und 120 cm, im Gros 110 cm, zu verbauen. Die Armierung wurde extrem stark ausgelegt und besteht aus insgesamt 450 t Stahl in Form von 28er Einzeleisen in vier Lagen übereinander.
Die gesamte Bauzeit für den Tunnel dauerte von Juli 2007 bis Februar 2008. Für die reine Decke waren zwei Monate Bauzeit veranschlagt. „Geschafft haben wir das in nur 1,5 Monaten“, sagt Polier Thomas Just nicht ohne Stolz. Der komplette Betoneinbau erfolgte an nur einem Tag zwischen 7 Uhr und 19.30 Uhr, wobei wegen des Verkehrsaufkommens bis 16 Uhr zwei Pumpen gleichzeitig arbeiteten, danach sogar drei Pumpen. „In 12,5 Stunden haben wir mit acht bis zehn Mann 100 m3 Beton stündlich eingebaut, das entspricht einer Menge von zwölf Betonmischwagen“, berichtet Thomas Just.
Zuvor war die Betondecke aber sorgfältig einzuschalen. Wegen der schwierigen Baustellensituation entschied man sich nach eingehender Beratung mit Reinhard Jeß, Gebietsleiter Nord bei Ischebeck, für das Alu-Schalungsgerüst Titan, bestehend aus Trägern, Spindelstützen und Rahmenaussteifungen aus Aluminium, die zu Schalungstürmen montiert werden. „Der Vorteil dieses System liegt unter anderem darin, dass oben und unten Spindeln vorhanden sind“, erläutert der Polier. „Dadurch konnten wir uns unten auf den unebenen Untergrund flexibel einstellen.“
Um gerade Stellflächen zu erzielen, brachte man ei-ne Unterfütterung aus Kies auf Plastikfolie auf das Schotterbett auf, die nach dem Bau wieder vollständig entfernt werden konnte. Zur Lastverteilung auf den Gleisen wurde zwischen Schotterbett und Unterfütterung der Stützen eine Holzpallung eingebracht. „Allein das kostete mehr Zeit, als einen ganzen Schalungsturm zu montieren“, meint Just rückblickend.
Die Ischebeck-Spindelstütze zeichnet sich durch eine besonders hohe Belastbarkeit gegenüber herkömmlichen Stahlrohrstützen aus. Spindelstützen verfügen über ein doppelschneidiges Gewinde. Dadurch verteilt sich die Last besser auf die gesamte Spindel. Bei den herkömmlichen Stützen dagegen liegt die gesamte Last nur auf einem Splint. Bei den eingesetzten Rahmenabmessungen von 125 x 160 cm und einer Höhe von 5,40 m verfügen die Spindelstützen als Schalungsgerüst im System über eine Tragkraft von 78 kN (7,8 t). Auf Grund dessen war lediglich nur knapp die Hälfte an Stützen erforderlich, da Stützen mit Steckbolzen nur 30 bis 40 kN (3 bis 4 t) Last aufnehmen können.
„Daraus resultierte eine extreme Einsparung bei Bauzeit, Material, Logistik – und nicht zuletzt beim Ausschalen“, hebt Thomas Just die Vorzüge des Systems hervor. Durch das doppelschneidige Gewinde braucht man beim Ausschalen nur die halbe Kraft zum Lösen der Spindelstützen. Just: „Diese technische Raffinesse, die das Arbeiten einfacher und schnel-ler macht, weist nur das Ischebeck-System auf.“
Das gesamte Schalungsmaterial dieses Bauvorhabens, vom Aluträger über die Alu-Spindelstütze bis hin zum Aussteifungsrahmen und allen Zubehörteilen, konnte das Bauunternehmen aufgrund des ausgereiften Vermietungsprogramms komplett von der Firma Ischebeck anmieten. Es wurde von Ischebeck gemäß dem Baufortschritt termingerecht an der Baustelle angeliefert und nach dem Abbau wieder abgeholt, so dass es angesichts der engen Baustellenverhältnisse nie im Weg war.
geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. G. Kotte am 29.04.2008 um 16:04 Uhr.
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