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Pressemitteilungen von Herstellern

Qualifizierte Bedienung und Instandhaltung von Baumaschinen sichern den Erfolg

Henrich Clewing, Geschäftsführer der Merlo Deutschland GmbH in Bremen, über den Wert und die Erfordernisse einer bewussten Baumaschineninstandhaltung.

Qualifizierte Bedienung und Instandhaltung von Baumaschinen sichern den ErfolgHerr Clewing, welche Bedeutung hat für Merlo die maschinenspezifische Qualifikation eines Teleskopmaschinenfahrers?
Henrich Clewing: MERLO hat alle seine Teleskopmaschinen als Ausrüstungsträger für den Dauereinsatz unter Hochleistungsbedingungen konzipiert. Er setzt dabei voraus, dass die Bedienung der Maschinen von entsprechend und ausreichend unterwiesenen Personen erfolgt, welche nicht nur die Maschine selbst, sondern diese auch in Verbindung mit wechselnden Ausrüstungen sicher und höchst effektiv steuern können.

Wie wirkt sich nach Ihrer Erfahrung diese Unterweisung in der Praxis aus?
Henrich Clewing: Der erfahrene Baupraktiker weiß, dass diese Grundbedingung am besten von so genannten "Stammfahrern" erfüllt wird. Diese haben nicht nur bereits nach kurzer Einarbeitung ein Gespür für die reaktive Empfindlichkeit der ihnen anvertrauten Maschine auf die verschiedenen Steuerimpulse, sondern wissen auch die ihnen mit dem Maschinensystem zur Verfügung stehenden Ausrüstungen den zu bewegenden Lasten und den zu erfüllenden Arbeiten exakt zuzuordnen. Sie sind daher die besten Garanten dafür, dass die mit der Maschine angeschafften verschiedenen Ausrüstungen auf der Baustelle optimal eingesetzt werden.
Ein Stammfahrer nach Ihrer Bezeichnung hat aber sicher auch noch andere Vorteile in der Einsatzpraxis?
Henrich Clewing: Ein Stammfahrer erkennt unverzüglich, wenn sich mit Änderungen des Maschinengeräusches oder mit bislang unbekannten Verhaltensweisen der Teleskopmaschine Mängel, Funktionsausfälle oder gar schwer wiegende Schäden bemerkbar machen. Um dann die zur Behebung dieser Unterfunktion richtigen Maßnahmen ergreifen oder einleiten zu können, werden die von den Bauunternehmen uns zur Basisunterweisung oder Fortbildung entsandten Stammfahrer auch mit dem speziellen Aufbau sowie mit den Erfordernissen bezüglich Wartung und der Pflege ihrer Maschinen vertraut gemacht.

Auf welche Weise wird von Merlo diese offenbar bei jeder Weiterentwicklung seiner Teleskopmaschinen nötige Anpassungsqualifikation der Stammfahrer unterstützt?
Henrich Clewing: Zunächst bringen in der Regel bereits langjährig geübte Teleskopmaschinenfahrer dazu die besten Voraussetzungen mit, da sich die dann fälligen Handlungen und Abläufe im Prinzip gleichen und nur durch eventuell neue spezielle Vorgänge ergänzt werden müssen. Wir von Merlo betrachten es aber in diesem Zusammenhang als einen entscheidenden Vorteil, dass in den PANORAMICs und ROTO´s unseres Teleskopmaschinenprogramms eine Vielzahl identischer Baugruppen verwendet wird. Dadurch lassen sich einmal erlernte Kontroll- und Wartungsvorgänge komplett auf Maschinen anderer Größe oder neuerer Bauweisen übertragen.

Hat ein qualifizierter Stammfahrer im Rahmen von Instandhaltungsmaßnahme uneingeschränkte Kompetenzen?
Henrich Clewing: Nein! Durch die von der Merlo-Organisation und unseren Vertragspartnern angebotenen maschinentechnischen Schulungen des mit Teleskopmaschinen umgehenden Personals wird sogar eindeutig die Kompetenz bei der Behebung von Störungen und Schäden eingegrenzt. Das hat in der Baupraxis den positiven Effekt, dass bei der Durchführung nötiger Instandhaltungsmaßnahmen vom Maschinenfahrer die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht überschätzt werden und die aus einer derartigen Überschätzung resultierenden Sekundärschäden mit erneuten Maschinenstillständen und hohen Ersatzteilkosten unterbleiben.

Wo kann der Fahrer einer Merlo-Teleskopmaschine sich über seine die reine Maschinenbedienung übersteigenden Pflichten selbständig informieren?
Henrich Clewing: Zunächst haben wir das für jeden Teleskopmaschinentyp in einer speziellen Bedienungs- und Instandhaltungsanleitung ausführlich und übersichtlich dargestellt. Sie ist nach unserer Auffassung, und so sieht es auch die Berufsgenossenschaft, ein untrennbarer Bestandteil der entsprechenden Maschine und muss auf ihr ständig greifbar sein. Leider wird dieses wichtige Dokument recht oft von wechselnden Fahrern mit nach Hause genommen und dort gelassen. Diese Erfahrung führte dazu, dass die Bauleiter alle Betriebsanleitungen im Baubüro gesammelt unter Verschluss halten oder diese Dokumente von der zentralen Maschinenverwaltung des Unternehmens gar nicht erst mit auf die Baustelle gegeben werden. Es ist verständlich, dass beides keine praktikable Regelung ist, um eine regelmäßige, zügige und fachlich richtige Instandhaltung ohne Kompetenzüberschreitung zu gewährleisten

Aus welchen Qualifikationsressourcen werden nach Ihrer Meinung die besten Teleskopmaschinenfahrer rekrutiert?
Henrich Clewing: In unseren Unterweisungslehrgängen hat es sich gezeigt, dass Personen mit einer maschinen- oder elektrotechnischen Grundausbildung die Forderungen und Anleitungen unserer Betriebs- und Instandhaltungsanleitungen am schnellsten und mit den wenigsten Zweifeln verstehen und ausführen können. Einen ähnlichen Vorteil haben aber auch Mitarbeiter aus den Bauberufen, die sich zum Baugeräteführer oder gar zum staatlich geprüften Baumaschinenführer qualifiziert und dabei auch Grundkenntnisse im physikalischen Verhalten einer stehenden und beschleunigt bewegten Teleskopmaschine erworben haben.

Welchen Einfluss hat der Betreiber auf die dauerhaft hocheffektive Funktion und die Werterhaltung seiner Teleskopmaschine?
Henrich Clewing: Er muss zunächst neben seinen vielen unternehmerischen und bautechnischen Aufgaben auch die bedienungs- und instandhaltungstechnischen Grunderfordernisse seines Maschinenparks kennen und in der Lage sein, das dafür optimal geeignete Personal aus seinen Mitarbeitern auszuwählen. Ihm muss klar sein, dass er danach auch für laufende sicherheits- und maschinentechnische Weiterbildung seines Personals verantwortlich ist und diesem anschließend auf den Baustellen die zeitlichen Freiräume einräumen und die Mittel zur Verfügung stellen muss, damit dieses allen Instandhaltungsanforderungen uneingeschränkt nachkommen kann. Über diese Entscheidungen hat er den größten Einfluss auf die mit der einzelnen Baumaschine erzielbaren aktuellen Bauleistungen und bestimmt damit letztlich auch den Gütegrad der Werterhaltung seines Maschinenparks.

geschrieben von Prof. Kotte am 15.05.2007 um 21:22 Uhr.


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