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Historisches und Kurioses
Holt`s Halbkettenschlepper
Es ist weit über 100 Jahre her, dass die schweren geländegängigen Dampflokomobilen zur Verbesserung ihrer Geländegängigkeit in der Landwirtschaft von großen Stahlrädern genommen und auf die ersten Kettenlaufwerke gestellt wurden. Als dann einige Jahre später auch noch die Dampfmaschine durch den inzwischen schon gut entwickelten und daher deutlich kompakteren und leichteren Ottomotor ersetzt wurde, konnte der Fotograf diese Aufnahme machen. Die anfangs in der Landwirtschaft und danach auch im Erd- und Straßenbau als Zugmaschinen für Anhängemaschinen und -ausrüstungen eingesetzten ersten Kettenschlepper hatten einen starren Laufwerkantrieb. Beide Laufwerke wurden daher stets in gleicher Weise angetrieben, und mussten daher noch über ein weit vor den Maschinenkörper gestelltes Bugrad gelenkt werden. Kennzeichnendes Merkmal dieses Bugrades war ein in der Bandagenmitte angeordneter Schneidenring, der sich in den Boden eindrückte, so dass das Bugrad die zum Lenken der Maschine nötigen Seitenkräfte in den Boden übertragen konnte. Insofern war die Maschine im abgebildeten Zustand, mit dem Bugrad aus dem Bodenkontakt, nicht lenkfähig und konnte daher von jedem vor einem der Kettenlaufwerke liegenden größeren Stein entweder mal nach links oder nach rechts „gedreht“ werden. Immerhin konnten aber diese immerhin noch vergleichsweise recht schweren Maschinen durch ihre greiferbewehrten Kettenplatten auch auf weichen Geländeflächen hohe Zugkräfte entwickeln und besaßen dadurch auch eine für damalige Vorstellungen überragende Steigfähigkeit. Wie das Bild erkennen lässt, waren jedoch ihre Lenkbarkeit und Manövrierfähigkeit sehr eingeschränkt. Das verbesserte sich erst, als die beiden Kettenlaufwerke unabhängig angetrieben bzw. ausgekuppelt und abgebremst werden konnten. Dann konnte das Bugrad entfallen und wurden die Maschinen zu so genannten Vollkettenfahrzeugen, auf deren Basis dann 1923 von La Plant-Choate die erste Planier- und Verschieberaupe entwickelt wurde.
geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. Gernot Kotte/BBB am 13.02.2011 um 10:52 Uhr.
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