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Historisches und Kurioses

Dampfwalze von Jakob und Becker

Die bereits vor gut 100 Jahren entwickelten und in größeren Serien gebauten Dampfwalzen kann man konstruktiv wie folgt charakterisieren:

Dampfwalze von Jakob und BeckerDiese Maschinen haben fast alle vier Walzen, zwei Trieb- und zwei Lenkwalzen. Die beiden vorderen Lenkwalzen sind dicht nebeneinander gelegt und haben eine solche Breite, dass sie den Raum zwischen den beiden hinteren Triebwalzen überdecken. Die meisten dieser Dampfwalzen haben eine Betriebsmasse von 13000 bis 18000 kg und konnten bezüglich ihrer Größe nach den örtlichen Platzverhältnissen sowie nach dem zu verdichtenden Steinmaterial ausgewählt werden. Der aus der Walzenmasse resultierende Walzdruck ist meistens im Verhältnis 2:3 auf die Lenk- und Triebwalzen verteilt.
Die von einer integrierten Dampfmaschinen angetriebene und hier noch als Kupferstich abgebildete Maschine hatte eine Betriebsmasse von 18000 kg, die sich mit 10800 bzw. 7200 kg auf die Trieb- bzw. Lenkwalzen verteilte. Die Maschine besaß mit den beiden jeweils 510 Millimeter breiten Trieb- und den insgesamt 1300 Millimeter breiten Lenkwalzen eine Arbeitsbreite von 2200 Millimetern. Damit konnte von den Triebwalzen eine auf den überrollten Untergrund verdichtend einwirkende Linienlast von jeweils 105,9 kg/cm erzielt werden. An den Lenkwalzen betrug dieser Wert immerhin noch 55,4 kg/cm. Dieser Unterschied war nötig, damit die antriebslosen Lenkwalzen nicht eine größere Schotterwulst als die größeren Triebwalzen vor sich aufbauten. Das war nötig, um die gesamte Schotterstraße, und um derartige Straßenkonstruktionen handelte es sich damals nahezu ausschließlich, gleichmäßig verdichtet wurde.
Mit dieser Dampfwalze konnten Schotterdecken von recht hoher Tragfähigkeit und Stabilität erzeugt werden. Durch eine einfache Fahrtrichtungsumsteuerung waren mit ihr auch „ganz kurze“ Stra-ßenabschnitte bearbeitbar.
Problem: Diese Dampfmaschinen benötigten täglich vor Arbeitsbeginn eine sehr lange Vorheizzeit.

geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. Gernot Kotte/BBB am 27.02.2011 um 13:28 Uhr.


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